Referenzprojekt Otto Wagner Areal
GNV liefert Verteilertechnik für 430 Erdwärmesonden
Historische Architektur und moderne Energieversorgung müssen kein Widerspruch sein. Das zeigt aktuell das Otto Wagner Areal in Wien. Auf dem denkmalgeschützten Gelände entsteht eine zukunftsfähige Wärme- und Kälteversorgung, bei der oberflächennahe Geothermie eine zentrale Rolle spielt.
Im Sommer 2026 wurden die Geothermiebohrungen auf dem Areal erfolgreich abgeschlossen. Rund **430 Erdwärmesonden** erschließen künftig die im Untergrund gespeicherte Energie. Damit entsteht mitten in einem der bedeutendsten historischen Gebäudekomplexe Wiens eine Geothermieanlage beachtlicher Größenordnung.
Für die Verteilung der insgesamt 430 Sondenkreise kommt Technik von GNV zum Einsatz.
Ein historisches Areal bekommt eine neue Energieversorgung
Das Otto Wagner Areal auf der Baumgartner Höhe gehört zu den architektonisch bedeutendsten Jugendstilensembles Wiens. Mehr als 50 Pavillons prägen das weitläufige Gelände.
Seit 2023 wird das Areal umfassend weiterentwickelt. Künftig sollen hier unter anderem Bildung, Wissenschaft, Forschung, Kultur und Technologie ihren Platz finden. Gleichzeitig gilt es, den besonderen denkmalgeschützten Charakter des Standortes zu bewahren.
Auch bei der zukünftigen Energieversorgung geht Wien neue Wege.
Ein wesentlicher Baustein ist die Nutzung oberflächennaher Geothermie. Die über das Gelände verteilten Erdwärmesonden nutzen die konstanten Temperaturen des Untergrunds und stellen Energie für die Wärme- und Kälteversorgung der Gebäude bereit.
In Verbindung mit Wärmepumpen entsteht so ein System, das den Einsatz fossiler Energieträger reduziert und langfristig zu einer nachhaltigen Versorgung des Areals beitragen soll.
430 Sonden brauchen eine klare Verteilung
Mit der Anzahl der Erdwärmesonden wächst auch die Komplexität der hydraulischen Verteilung.
Bei einem Sondenfeld dieser Größenordnung reicht es nicht aus, möglichst viele Anschlüsse in einem einzelnen Verteiler zusammenzuführen. Unterschiedliche Gebäudebereiche, Leistungsanforderungen und hydraulische Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden.
Das Otto Wagner Areal wurde deshalb in mehrere Versorgungszonen gegliedert.
Für diese Bereiche entwickelte und fertigte GNV insgesamt 22 individuell konfigurierte Erdwärme-Verteilerschächte der GN X-Serie.
Zum Einsatz kommen:
- 16 GN X1
- 6 GN X2
- insgesamt 430 Sondenanschlüsse
- zusätzlich 1 GN R Medium als Entlüftungsschacht
Die Zahl ist dabei kein Zufall: Die 430 Anschlüsse der gelieferten Verteilerschächte bilden die rund 430 Erdwärmesonden des Projektes vollständig ab.
Von 7 bis 33 Sondenanschlüssen – jeder Bereich ist anders
Gerade die unterschiedlichen Konfigurationen zeigen die Anforderungen des Projektes.
Die einzelnen Verteilerschächte verfügen über 7 bis 33 Sondenanschlüsse. Abhängig von ihrer jeweiligen Position innerhalb des Systems wurden unterschiedliche Verteilergrößen, Rohrdimensionen und Anschlussanordnungen umgesetzt.
Die Hauptanschlüsse zur weiteren Anlagentechnik reichen dabei bis DA 200.
Auch die hydraulische Ausstattung wurde individuell auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt.
Zum Einsatz kommen unter anderem:
- Kunststoff-Durchflussmesser mit 5–42 l/min
- Kugelhähne zur Absperrung einzelner Sondenkreise
- Absperrklappen in den Hauptleitungen
- Manometer
- Schnellentlüfter
- Füll- und Entlüftungsmöglichkeiten
- projektspezifische Vor- und Rücklaufkonfigurationen
Ein zusätzlicher GN R Medium wurde als separater Entlüftungsschacht in das System integriert.
So entsteht kein standardisiertes Produkt von der Stange, sondern eine Verteilstruktur, die auf die einzelnen Zonen des Areals abgestimmt ist.
Kompakte Verteiltechnik für große Geothermieanlagen
Projekte mit mehreren hundert Erdwärmesonden stellen besondere Anforderungen an Planung, Einbau und spätere Zugänglichkeit der Verteiltechnik.
Genau hier spielt die GN X-Serie ihre Stärke aus.
Durch ihre Bauweise können auch hohe Anschlusszahlen in vergleichsweise kompakten Schächten realisiert werden. Die Verteilersysteme werden bei GNV projektspezifisch gefertigt, vormontiert und vor der Auslieferung geprüft.
Für die Baustelle bedeutet das: weniger Montageaufwand vor Ort und klar definierte Schnittstellen für den weiteren Anlagenbau.
Gerade bei einem weitläufigen Projekt wie dem Otto Wagner Areal ist das entscheidend. Denn aus vielen einzelnen Sondenkreisen muss am Ende ein übersichtliches und zuverlässig betreibbares Gesamtsystem entstehen.
Werkseitig gefertigt statt auf der Baustelle improvisiert
Die Verteilerschächte für das Otto Wagner Areal wurden über mehrere Projektabschnitte hinweg gefertigt und ausgeliefert.
Jeder Schacht wurde entsprechend seiner späteren Position im Sondenfeld konfiguriert. Dazu gehören nicht nur die Anzahl der Anschlüsse, sondern auch die Dimensionierung der Verteilerbalken, die Lage der Sondenabgänge sowie die Ausführung der Hauptanschlüsse.
Die Verteiler werden bei GNV unter kontrollierten Bedingungen gefertigt und vor Auslieferung druckgeprüft.
Damit verlagert sich ein wesentlicher Teil der technischen Arbeit von der Baustelle in die Produktion.
Das schafft reproduzierbare Qualität und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Systeme vor Ort möglichst schnell eingebunden werden können.
Wenn aus 430 einzelnen Kreisen ein System wird
Auf den ersten Blick beeindruckt beim Otto Wagner Areal vor allem die Zahl der Bohrungen.
430 Erdwärmesonden.
Für die spätere Funktion der Anlage ist jedoch entscheidend, was danach passiert.
Jeder einzelne Sondenkreis muss sauber eingebunden, reguliert, abgesperrt und mit der weiteren Anlagentechnik verbunden werden können. Erst durch eine strukturierte Verteilung werden aus hunderten einzelnen Bohrungen ein technisch beherrschbares Gesamtsystem.
Genau diese Aufgabe übernehmen die 22 GN X-Verteilerschächte.
430 Sonden. 22 Verteilerschächte. Eine klare Lösung.
Geothermie trifft Wiener Architekturgeschichte
Das Otto Wagner Areal zeigt eindrucksvoll, wie sich bestehende und denkmalgeschützte Standorte mit moderner Energietechnik verbinden lassen.
Während die historische Architektur erhalten und weiterentwickelt wird, entsteht unter der Oberfläche eine völlig neue Energieinfrastruktur.
Für GNV ist das Projekt deshalb mehr als eine weitere Referenz.
Es zeigt, welche Rolle kompakte, individuell gefertigte Verteiltechnik bei großen Geothermieprojekten übernehmen kann – und dass selbst mehrere hundert Sondenkreise klar strukturiert und projektspezifisch zusammengeführt werden können.
Komplexe Projekte. Klare Lösungen.
Das Projekt auf einen Blick
| Projekt | Otto Wagner Areal, Wien |
| Anwendung | Oberflächennahe Geothermie |
| Erdwärmesonden | rund 430 |
| GNV Verteilerschächte | 22 |
| GN X1 | 16 Stück |
| GN X2 | 6 Stück |
| Sondenanschlüsse | 430 |
| Anschlüsse je Schacht | 7 bis 33 |
| Hauptanschlüsse | bis DA 200 |
| Durchflussmesser | 5–42 l/min |
| Zusätzlich | 1 GN R Medium als Entlüftungsschacht |
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